So erkennen Sie Werkzeugverschleiß, bevor Stanzfehler entstehen
Präzisionsstanzwerkzeuge gehören zu den wichtigsten Produktionsmitteln in der modernen Fertigung. Ob Steckverbinder für die Elektronikindustrie, Komponenten für die Automobilbranche oder Präzisionsteile für die Medizintechnik: Die Qualität des Werkzeugs bestimmt unmittelbar die Qualität des Endprodukts.
Doch selbst hochpräzise gefertigte Werkzeuge unterliegen im laufenden Betrieb einem natürlichen Verschleiß. Bereits geringfügige Veränderungen an Schneidkanten oder Werkzeugoberflächen können zu Stanzfehlern führen, die Prozessstabilität beeinträchtigen und die Standzeit eines Werkzeugs deutlich reduzieren.
Wer Werkzeugverschleiß frühzeitig erkennt und systematisch überwacht, kann ungeplante Stillstände vermeiden, Ausschuss reduzieren und die Lebensdauer seiner Werkzeuge verlängern.
In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Ursachen hinter Werkzeugverschleiß stecken, wie sich Verschleiß zuverlässig messen lässt und warum moderne Messverfahren einen entscheidenden Beitrag zur Qualitätssicherung leisten.
In der Präzisionsfertigung bewegen sich Toleranzen häufig im Mikrometerbereich. Bereits kleinste Veränderungen am Werkzeug können sich direkt auf die Qualität des gestanzten Bauteils auswirken.
Typische Folgen von Werkzeugverschleiß sind:
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Präzisionsstanzwerkzeug
Solche Defekte beeinträchtigen nicht nur die Bauteilqualität. Sie erhöhen Ausschussraten, verursachen Nacharbeit und führen häufig zu ungeplanten Werkzeugwechseln oder Maschinenstillständen. Eine systematische Überwachung des Werkzeugzustands ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil moderner Qualitätssicherungsstrategien.
Werkzeugverschleiß entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener mechanischer, thermischer und tribologischer Belastungen. Zu den häufigsten Verschleißursachen zählen:

Präzisionsstanzwerkzeug im Fertigungsprozess
Jede Verschleißart hinterlässt charakteristische Spuren auf der Werkzeugoberfläche. Werden diese Veränderungen frühzeitig erkannt, können Fertigungsparameter optimiert, Schmierkonzepte angepasst oder Wartungsmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden. Dadurch lassen sich größere Folgeschäden und unerwartete Produktionsunterbrechungen vermeiden.
Keine Ahnung, wie Ihnen optische Messtechnik helfen kann, den Verschleiß zu erkennen?
Über viele Jahre erfolgte die Beurteilung von Werkzeugverschleiß vor allem mit taktilen Messmitteln wie Messschiebern, Bügelmessschrauben oder Profilometern. Diese Verfahren liefern wichtige Einzelinformationen und haben in vielen Anwendungen weiterhin ihre Berechtigung. Allerdings stoßen sie insbesondere bei komplexen Geometrien und hochpräzisen Werkzeugen zunehmend an ihre Grenzen.
Die Herausforderungen:
Gerade bei hochbelasteten Präzisionsstanzwerkzeugen reicht die Betrachtung einzelner Messpunkte häufig nicht aus, um den tatsächlichen Werkzeugzustand zuverlässig zu bewerten.

Messschieber

Bügelmessschrauben

Profilometer
Moderne optische Messsysteme ermöglichen eine deutlich umfassendere Bewertung von Werkzeugen und deren Verschleißzustand. Anstatt nur einzelne Punkte oder Linien zu erfassen, werden vollständige Oberflächendaten aufgenommen und analysiert. Dadurch können beispielsweise:
Die flächenhafte Datenerfassung schafft die Grundlage für eine deutlich bessere Beurteilung des tatsächlichen Werkzeugzustands und ermöglicht fundierte Entscheidungen über Wartung und Werkzeugwechsel.
Die eigentliche Aufgabe der Verschleißüberwachung besteht nicht darin, Defekte zu dokumentieren. Ihr Ziel ist es, Stanzfehler zu verhindern, bevor sie entstehen.
Bewährte Strategien sind:
Durch diese Vorgehensweise lassen sich Werkzeugwechsel besser planen, ungeplante Stillstände reduzieren und Qualitätsprobleme deutlich früher erkennen.

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Wie macht man den Verschleiß sichtbar?
Unternehmen, die Werkzeugverschleiß konsequent überwachen, profitieren in mehrfacher Hinsicht. Die wichtigsten Vorteile:
Die Überwachung von Präzisionsstanzwerkzeugen entwickelt sich damit von einer reinen Kontrollmaßnahme zu einem wichtigen Instrument zur Steigerung von Produktivität und Wirtschaftlichkeit.
Die Anforderungen an moderne Fertigungsprozesse steigen kontinuierlich. Höhere Stückzahlen, kleinere Toleranzen und komplexere Geometrien erhöhen die Belastung von Präzisionsstanzwerkzeugen und machen eine zuverlässige Beurteilung des Werkzeugzustands wichtiger denn je. Wer Werkzeugverschleiß erst dann erkennt, wenn erste Stanzfehler auftreten, reagiert häufig zu spät.
Eine strukturierte Verschleißüberwachung schafft Transparenz über den tatsächlichen Zustand eines Werkzeugs und hilft dabei, Qualitätsprobleme frühzeitig zu erkennen, Ausschuss zu reduzieren und die Werkzeugstandzeit zu verlängern. So wird Werkzeugverschleiß von einem schwer kalkulierbaren Risiko zu einem kontrollierbaren Faktor im Fertigungsprozess.